Generalversammlung der MGN - 10. April 2015

 

"Die Welt wird nicht untergehen"

Wie gewohnt analysierte der Geschäftsführer der MGN, Leopold Gruber-Doberer, mit direkten und klaren Worten das Ende der Mengensteuerung bei Milch

„Die Milchquote hat ihr geplantes Ziel zuletzt nicht mehr erfüllt: Die Anlieferung ist trotz Quote gestiegen und die Anzahl der Milchbauern ist um 75 Prozent zurückgegangen. Die Quote konnte den Strukturwandel also maximal verzögern.“
Seit 2004, dem Jahr der Gründung der MGN, verzeichne man 2.000 Lieferanten weniger und 100 Millionen Kilogramm Milch mehr. Auch das Ziel, die Milchpreise zu stabilisieren, sei im Rückblick letztendlich verfehlt worden. „Die Milchbranche wird sich weiter verändern“, so Gruber-Doberer, „aber die Welt wird nicht untergehen.“
„Wir werden die Zukunft nicht gewinnen, indem wenn wir jeden Tag mit Angst aufstehen und uns mit einer Mengenbeschränkung beschäftigen, welche keine preisstabilisierende Wirkung auf den Markt hat.“ So Gruber-Doberer
In den ersten acht Tagen nach dem Ende der Quote sei es zu keinem rasanten Anstieg der Liefermengen gekommen, berichtete MGN-Obmann Johann Krendl, der das Milchwirtschaftsjahr 2014 als „absolut erfolgreiches Jahr für die Milchbauern“ bezeichnete. Ein Startpreis von 41 Cent je Liter Milch hätte zunächst Mehrmengen ausgelöst, ehe der Markt Mitte des Jahres schwieriger geworden sei. Insgesamt wurde die Milchanlieferung innerhalb der MGN um 3,34 Prozent auf 375 Millionen Kilo gesteigert, was einen Umsatz von 149,8 Millionen Euro ergibt. Die Zahl der Lieferanten ging um knapp vier Prozent auf 3.424 zurück, womit die durchschnittliche Anlieferung auf knapp 109.000 Kilogramm pro Betrieb gestiegen ist. „Die zu zahlende Zusatzabgabe, die wir für die letztjährige Überlieferung noch bezahlen müssen, werde das durchschnittliche Milchgeld um 1,5 Cent schmälern“ so Obmann Johann Krendl“
Einen wesentlichen Einfluss auf jeden Milchbauern hat neben dem Quotenende, das Ende des Ökopunkteprogrammes in Niederösterreich, das die Höfe massiv treffe sowie die Neuordnung der Direktzahlungen. „Mit den Änderungen der Gemeinsamen Agrarpolitik muss sich jeder neu finden“, betonte Krendl.


Über die strukturellen Änderungen in der NÖM AG mit der Übersiedelung der Sparten Topfen und Butter an den Standort Baden informierte der dafür verantwortliche Vorstand Ing. Josef Simon. „Das letzte Jahr war für uns sehr wichtig. Wir haben keinen Stein auf dem anderen gelassen“, so NÖM-Vorstand Alfred Berger. Er versprach eine Weiterentwicklung des Unternehmens und machte darauf aufmerksam, dass etwa in sizilianischen Supermärkten 30 NÖM-Artikel gelistet seien.


Auch MGN-Obmann Krendl hob die gute Gesprächsbasis mit der NÖM hervor. Das zeige sich etwa in der Vereinbarung einer möglichen Mengensteigerung von vier Prozent in einem Korridor von 1,25 Prozent als gemeinschaftliche Entscheidung. Für die Zukunft
strebe die MGN noch mehr Mitspracherecht im Unternehmen an und stehe daher mit dem NÖM-Eigentümer Raiffeisen-Holding in Verhandlung, den Aktienanteil von etwas über 20 Prozent weiter zu steigern. GF Ing. Gruber-Doberer konnte ein positives Bilanzergebnis von € 300.000,-- zur Beschlussfassung vorlegen.

Obmann Krendl wurde in seiner Funktion eindrucksvoll bestätigt

Im Rahmen der Generalversammlung wurde Obmann Johann Krendl mit 99,4% in einer schriftlich geheimen Wahl in seiner Funktion eindrucksvoll bestätigt. Der bisherige AR-Vorsitzende Franz Trimmel schied nach 30 Jahre Funktionär in der NÖ Milchwirtschaft als Funktionär aus. Zur neuen Aufsichtsratsvorsitzenden wurde die bisherige Stellvertreterin Elisabeth Pfeiffer-Lintner aus Kaumberg gewählt.

In einem Referat „Quo Vadis Österreich“ zeigte Universitätsprofessor Dr. Gottfried Haber Handlungsfelder und Veränderungsnotwendigkeiten auf.

An die 25 Besten Lieferanten wurden NÖM Produkte und ein Qualitätssiegel verliehen.

Quellen: MGN / Stefan Nimmervoll - Raiffeisen Zeitung