Generalversammlung der MGN - 8. April 2016

 

"wer nach vorne sehen will, darf nicht nach hinten denken"

Generalversammlung der MGN erstmals in der Fachschule Pyhra

Mehr als 300 Delegierte, Funktionäre und Ehrengäste waren gekommen, um sich einerseits über die aktuelle Situation der Milchwirtschaft zu informieren und andererseits die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen. Ein Thema zog sich wie ein roter Faden durch den ganze Vormittag - wie bewältigen wir die derzeitige Krise in der Milchwirtschaft.

Obmann LKR ÖKR Johann Krendl berichtete in seinen Ausführungen über die aktuellen Herausforderungen. Einer steigenden Anlieferung, konkret im März 2016 ein Plus von 9%, steht ein rückläufiger bzw. gesättigter Markt gegenüber. Diese Situation führte in den letzten Monaten zu einem deutlichen Rückgang der Auszahlungspreise für die Milchbauern. Aufgrund der zuletzt stark gestiegenen Anlieferungsmengen in den wesentlichen Milcherzeugerländern Europas ist aktuell auch keine Entspannung der Marktlage in Sicht.

Wie wichtig es für die Milchbauern ist, einen starken und verlässlichen Milchverarbeiter zu haben, zeigen die jüngsten Entwicklungen. Aktuell suchen auch Milchbauern in NÖ verzweifelt nach einem Abnehmer für ihre Milch. Die Aufstockung der Beteiligung an der NÖM AG auf 25% erweist sich bereits jetzt als eine wichtige Investition in die Zukunft.

Geschäftsführer Ing. Gruber-Doberer erläuterte die Marktzusammenhänge und den Einfluss des weltweiten Milchmarktes auf den Milchpreis der einzelnen MGN-Mitglieder. Dem Ruf nach einer Mengenbeschränkung auf österreichischer Ebene erteilt Gruber-Doberer eine klare Absage. Die österreichischen Milchbauern haben eine der kleinsten Strukturen Europas und erzeugen lediglich 2% der europäischen Milch. Eine Rücknahme der Milchmenge hat nur dann einen preislichen Effekt wenn dies in der gesamten EU erfolgt.

Mehrmengen gemeinsam tragen

Die MGN hat mit der NÖM AG eine Jahresmilchmenge von knapp 394 Mio. kg vertraglich fixiert. Für die übersteigende Menge hat die Genossenschaft, sprich alle Mitglieder gemeinsam, das Vermarktungsrisiko zu tragen. Sollte es jedoch noch zu einer weiteren massiven Anlieferungssteigerung kommen, so wird man sich einzelbetriebliche Maßnahmen überlegen. Jedes Mengenmodell verursacht von Anfang an Härtefälle und Diskussionen, ohne einen wirklichen Effekt auf das gesamte Preisniveau zu haben. Solange es wirtschaftlich vertretbar ist, will man diese Mehrmengen gemeinsam tragen!

Mag. Alfred Berger und Ing. Josef Simon - Vorstände der NÖM AG - informierten die Mitglieder der MGN über die abgeschlossene Zusammenlegung der Produktion auf den Standort Baden sowie über die geplanten Produktinnovationen und Vermarktungsstrategien im In- und Ausland.

Der designierte Generalsekretär der LK Österreich, DI Josef Plank analysierte in seinem Referat die derzeitige, allgemein schwierige Situation in allen Sparten der Landwirtschaft und versuchte einen Ausblick bis 2025 zu geben!

Für die ausgezeichnete Qualitätsarbeit wurde an 25 Lieferanten der Genossenschaft eine Qualitätsurkunde sowie ein Korb mit NÖM Produkten überreicht.

Quelle: MGN