Generalversammlung der MGN - 7. April 2017

 

Brücken bauen, um Gräben zu überwinden"


Durchaus positiv aber nicht überschwänglich zeigte sich die Stimmung der Milchbäuerinnen und -bauern bei unserer diesjährigen Generalversammlung.

Obmann Krendl berichtete über ein abgelaufenes Geschäftsjahr, das kein leichtes war. Während das erste Halbjahr in ganz Europa und auch global von einer großen Mengenentwicklung und sinkenden Preisen gekennzeichnet war, habe sich der Milchpreis in der zweiten Jahreshälfte nicht zuletzt aufgrund von Mengenreduktionen wieder stabilisiert. Derartige Maßnahmen wird es aber in Zukunft nicht mehr geben, ist Obmann Krendl überzeugt. Die Milchwirtschaft sei daher gefordert, Instrumente zu schaffen, um derartigen Großmengen gegensteuern zu können.
Die Milchanlieferung an die MGN ist trotz des Rückgangs der Lieferantenzahl auf 3180 (minus 3,67 %) auf 392,62 Millionen Kilogramm (+ 2,58 %) angestiegen. Damit ist die durchschnittliche Anlieferungsmenge pro Lieferant auf 123.464 Kilogramm (plus 7520 Kilogramm) gesteigert worden. Im Bereich der Biomilch wurden im Jahr 2016 40,54 Millionen Kilogramm von der MGN übernommen. Gegenüber dem Jahr 2015 bedeutet das eine Steigerung von 3,15 Millionen Kilogramm (+ 8,42 %).
Eine große Herausforderung seien stets die großen Unterschiede bei den Anlieferungsmengen, räumte MGN -Geschäftsführer Leopold Gruber-Doberer ein: Knapp die Hälfte der Milch kommt von Betrieben, die mehr als 200.000 kg Milch jährlich produzieren; das sind aber nur etwa 17 Prozent der MGN-Bauern. 60 Prozent der Lieferanten liefern weniger als 100.000 kg Milch im Jahr. Einmal mehr konnte Obmann Krendl ein großes Lob an seine Lieferanten aussprechen, konnte doch die Qualität der angelieferten Rohmilch erneut gesteigert werden -rund 99,5 Prozent entsprechen bereits der höchsten Qualitätsstufe.

Im Hinblick auf die aktuellen Entwicklungen am Weltmarkt - international verflochtene Märkte, abgewertete Währungen und schwacher Ölpreise - sowie steigender Anforderungen an die Lebensmittelproduzenten sieht Geschäftsführer Gruber-Doberer die Milcherzeuger in Zukunft gefordert, in einen aktiven Dialog mit den Konsumenten einzusteigen. "Um Gräben zu überwinden, muss man Brücken bauen", so Gruber-Doberer. Er forderte zudem die Funktionärinnen und Funktionäre auf, sich der Diskussion mit den Mitgliedern zu stellen und diese Zusammenhänge zu erklären, denn: "wer nur mitjammert, überlässt das Feld den Populisten."

Die Vorstände der NÖM AG - Alfred Berger und Josef Simon - berichteten vom Kauf des ehemaligen Baumax-Areals. Diese zukunftsweisende Entscheidung habe auch den Mitarbeitern einen Motivationsschub beschert. Die NÖM AG sehe ihre Zukunft in einem Wachstum mit Kontinuität und Augenmaß.

Milchbauern wollen 100 Prozent der NÖM

Seit der Gründung der MGN im Jahr 1999 haben die Milchbauern ihren Anteil an der NÖM AG bereits sukzessive von 5,6 auf 25 Prozent ausgebaut. Gelungen ist das unter anderem durch den teilweisen Verkauf von Immobilien und der Verwendung der Dividendenerträge, jedoch ohne die MGN-Bauern zu belasten. Nun will man den nächsten Schritt setzen und von der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien auch die restlichen 75 & übernehmen. Dazu wurde im Vorstand und Aufsichtsrat ein Beschluss gefasst und ein offizielles Ansuchen gestellt, berichtete Obmann LKR ÖKR Johann Krendl. "Auf Dauer kann es nur diesen einen Weg geben, um unsere Milchabnahme langfristig zu sichern, ist der Obmann überzeugt und ergänzt: dass dieser Schritt viel Kapital erfordert liegt auf der Hand, ist aber für die Zukunft der Milchproduktion in unserer Genossenschaft von enormer Bedeutung." Besonders in einem Jahr wie 2016, in dem es mehr Milch am Markt gab als gebraucht wurde, sei es wichtig eine Abnahmegarantie zu haben.

Auch der Obmann der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien, Präsident Mag. Erwin Hameseder, signalisierte die Gesprächsbereitschaft über einen Verkauf der NÖM Anteile an die MGN. In seinem Referat zum Thema "Mit Veränderungen die Herausforderungen der Zukunft bewältigen" ging er vor allem auf die aktuellen Veränderungen im Raiffeisensektor ein.
Die Raiffeisen-Organisation aller Sparten sei dabei, sich auf Veränderungen einzustellen, so Hameseder. Das Motto dabei laute: rechtzeitig agieren anstatt zu reagieren. Es gelte auf Management-, Eigentümer- und Funktionärsseite, sich auf Veränderungen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft einzustellen.
Zum Thema NÖM Anteile sagt Hameseder, "wenn die MGN über Veränderungen auf der Eigentümerseite nachdenkt, sind wir zu Gesprächen bereit." Bereits vor 20 Jahren als Raiffeisen NÖ-Wien bei der NÖM eingestiegen ist, war die Aussage Hameseders "wir haben unseren Job dann gut gemacht, wenn die Anteile irgendwann wieder bei der Genossenschaft sind."
Auch wenn es ein klares Bekenntnis der Eigentümer zum Beteiligungsportfolio und damit auch zur NÖM AG gebe, könne die NÖM AG "über kurz oder lang" zurück in bäuerliche Hände gegeben werden, so Obmann Hameseder abschließend.

Neue Funktionäre gewählt
Ebenfalls im Zuge der 18. Generalversammlung wurden die turnusmäßigen Wahlen durchgeführt bei der 8 Funktionäre ausgeschieden sind und ebenso 8 neue Funktionäre in Ihren Funktionen im Vorstand und Aufsichtsrat gewählt wurden. Eine Übersicht über alle Funktionäre der MGN finden Sie hier!

Abschließend wurden die 25 besten Lieferanten im Hinblick auf Qualitätswerte ausgezeichnet und mit einer Urkunde sowie einem Geschenkskorb mit NÖM Produkten gewürdigt.

17.GV MGN-007 17.GV MGN-009 17.GV MGN-013 17.GV MGN-021 17.GV MGN-041 17.GV MGN-099 - ausschnitt 17.GV MGN-103 17.GV MGN-049

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Quelle: MGN @foto-agent