Generalversammlung der MGN - 12. April 2019

 

Obmann Krendl MIT ÜBERZEUGENDER MEHRHEIT im Amt bestÄtigt


"Genossenschaften waren und sind wegweisend,

um Bäuerinnen und Bauern einen erfolgreichen Weg in die Zukunft aufzuzeigen", betonte LK-NÖ-Präsident NAbg. Johannes Schmuckenschlager in seinen Grußworten. Gerade im Milchbereich zeige sich das besondere Spannungsverhältnis zwischen den Wünschen der Gesellschaft und den Bedürfnissen der heimischen Land- und Forstwirtschaft als Produzenten hochqualitativer Lebensmittel, die es unter einen Hut zu bringen gelte.
Obmann Johann Krendl berichtete, dass eine rückläufige Zahl an Milchlieferanten und eine steigende Milchanlieferung das Jahr 2018 prägten. Konkret sank die Lieferantenzahl von 3074 auf 2964  und gleichzeitig stieg die Anlieferung  von 410,51 Millionen Kilogramm auf 423,22 Millionen Kilogramm (plus 3,10 Prozent). Damit ist die durchschnittliche Anlieferungsmenge pro Lieferanten von 133.541 Kilogramm auf 142.786 Kilogramm (plus 9245 Kilogramm) gesteigert worden. 99,59 Prozent der angelieferten Milch erreichten die obersten Qualitätsklassen S beziehungsweise 1. Aufgrund der mit 1. Jänner 2019 veränderten Berechnung (geometrisches anstatt arithmetisches Mittel) steigerte sich der Anteil in der S-Klasse um rund fünf Prozent.
Obmann Johann Krendl berichtete, dass eine rückläufige Zahl an Milchlieferanten und eine steigende Milchanlieferung das Jahr 2018 prägten. Konkret sank die Lieferantenzahl von 3074 auf 2964  und gleichzeitig stieg die Anlieferung  von 410,51 Millionen Kilogramm auf 423,22 Millionen Kilogramm (plus 3,10 Prozent). Damit ist die durchschnittliche Anlieferungsmenge pro Lieferanten von 133.541 Kilogramm auf 142.786 Kilogramm (plus 9245 Kilogramm) gesteigert worden. 99,59 Prozent der angelieferten Milch erreichten die obersten Qualitätsklassen S beziehungsweise 1. Aufgrund der mit 1. Jänner 2019 veränderten Berechnung (geometrisches anstatt arithmetisches Mittel) steigerte sich der Anteil in der S-Klasse um rund fünf Prozent.

Der Milchpreis war noch nie so lange stabil

Das im Vorjahr eingeführte – durch stark gestiegene Anlieferungsmengen notwendig gewordene – Mengenmodell hat sich bewährt, ist Obmann Krendl überzeugt. Für 2019 wurde dieses jedoch von der monatlichen auf die jahresmäßige Durchrechnung umgestellt. Der Milchpreis sei seit rund sieben Monaten – und damit so lange wie noch nie zuvor – stabil. Allerdings verstärke sich der Druck des Handels, rechnet der Obmann mit einem leichten Rückgang in den kommenden Monaten. 

Genossenschaft ist eine Solidargemeinschaft

"Wir verstehen uns als Solidargenossenschaft für jene Bauern, die ausschließlich von der Milchproduktion leben - gleichzeitig geben wir als Partner auch jenen im Nebenerwerb eine Perspektive", erläuterte Geschäftsführer Leopold Gruber-Doberer, die Philosophie der MGN im Rahmen der 20. Generalversammlung. Bezeichnend dafür bestand 2018 das Einzugsgebiet zu 22 Prozent aus Lieferanten, welche mit einer jährlichen Liefermenge von über 200.000 kg Milch, für mehr als die Hälfte der gesamten Anlieferung sorgten. Umgekehrt waren die Hälfte aller MGN-Lieferanten Bauern mit einer Produktionsmenge von unter 100.000 pro Jahr und deckten 19 Prozent der Milchmenge des Genossenschaftsgebiets ab. Generell verspüre Gruber-Doberer aber stetig fortschreitenden Egoismus am Angebotsmarkt. Dazu beigetragen habe die mit April 2015 ausgelaufene Garantiemengenregelung der EU. Seither konnten Milcherzeuger unabhängig von einer Quote erzeugen und anliefern. Auch seitens der MGN hatte dies eine Erhöhung der Milchproduktion um 40,5 Mio. kg oder 11,06 Prozent innerhalb der vergangenen drei Jahre zur Folge. "Es ist selbstverständlich geworden, dass jeder Liter geholt wird - ob er vom Konsumenten gebraucht wird oder nicht", strich Gruber-Doberer die Diskrepanz in der Entwicklungsgeschwindigkeit zwischen Angebot und Nachfrage hervor. "Europaweit wird mehr Milch bereitgestellt, als der Markt braucht. Auch in Österreich steigen wir bei der Produktion auf das Gaspedal und wundern uns, wenn der Milchpreis nach unten geht", führt er fort. Vor allem die Anlieferung im Biomilchsektor der MGN hat sich seit 2015 um 38,25 Prozent auf 51,7 Mio. kg erhöht - ein Trend der sich auf den gesamten österreichischen Bio-Milchmarkt umlegen lässt. Zu Bedenken sei diesbezüglich, dass 44 Prozent der in Österreich erzeugten Biomilch wertmäßig exportiert wird - im Wesentlichen nach Deutschland, so Gruber-Doberer. Gerade in Bayern sei Österreichs ursprünglicher Marktvorteil der Gentechnikfreiheit fast zur Gänze aufgebraucht. "Wenn es uns zukünftig nicht nachhaltig gelingt, einen glaubhaften Unterschied zwischen gentechnikfreier Qualitätsmilchproduktion und Biomilch zum Konsumenten zu transportieren, werden wir ein Problem bekommen, den preislichen Aufschlag zu argumentieren", zeigte der MGN-Geschäftsführer auf. Vor diesem Hintergrund sei es wichtig, Milchmärkte im außereuropäischen Raum zu finden und zu erschließen

"Hoffnungsmarkt China im Hochpreissegment"

NÖM-Vorstand Josef Simon betonte: "Der massive Anstieg der Milchmengen im ersten Quartal 2018 hat uns vor große Herausforderungen gestellt. Mit einer Partnerschaft auf Augenhöhe, zwischen NÖM und MGN, ist es uns gelungen, diese zu meistern." Die NÖM habe im Vorjahr in einen Grundzukauf in Baden und die Errichtung des neuen Kühllagers investiert. Gemeinsam mit Innovationen im Produktbereich sei es gelungen, das Unternehmen für die Zukunft bestens aufzustellen.

Auf diese Produktinnovationen ging auch NÖM-Vorstand Alfred Berger mit Stolz ein: "Im Bereich der Proteinprodukte haben wir uns klar als Marktführer positioniert.“ Erfolgreich sei das Unternehmen auch mit seinem Engagement in Italien, wo im Jahr 2019 ein Umsatz von 100 Millionen Euro angestrebt werde. Als zukünftige Herausforderung sieht Berger das Thema Verpackung, das eine immer größer werdende Rolle spielen werde. "Vermeiden, wiederverwenden, recyclen", sei hier die Devise. 

Obmann Krendl mit 99,4 % in seinem Amt bestätigt

Auf Wunsch des Obmannes erfolgte die Wahl zum Obmann mittels Stimmzettel. Von 179 gültigen Stimmen lauteten 178 auf Johann Krendl. Damit wurde ÖKR Krendl mit 99,44% in seinem Amt bestätigt.


EU-Wahl: „Vorzugsstimme für Bauernbund vergeben“
Die Herausforderungen für die Bauernschaft im Zeichen von EU-Wahl, Brexit und der zukünftigen neuen Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) stand im Mittelpunkt der Ausführungen von LKÖ-Präsident Josef Moosbrugger: "Die heimische Land- und Forstwirtschaft braucht einen gemeinsamen europäischen Markt. Europa muss sich jedoch verstärkt um große Themen – wie Migration oder den EU-Außengrenzschutz – kümmern und gleichzeitig die Regionen mit ihren Besonderheiten zulassen und stärken." Auch in der künftigen GAP sei sicherzustellen, dass der Fokus für die Land- und Forstwirtschaft auf die nachhaltige Produktion von Lebensmitteln gelegt werde, so der LKÖ-Präsident.
"Weniger Geld für noch mehr Leistungen der Bäuerinnen und Bauern kann und wird es mit uns nicht geben. Um uns durchzusetzen brauchen wir starke bäuerliche Stimmen in Brüssel", rief Moosbrugger die Milchproduzentinnen und -produzenten auf, bei der Europa-Wahl am 26. Mai von ihrem Stimmrecht Gebrauch zu machen und eine Vorzugsstimme für den Bauernbundkandidaten zu vergeben. 

Text: GruDo MGN

Fotocredit: ©A.Felten/foto-agent.at