Generalversammlung der MGN - 5. November 2021

 

Hofübergabe in der MGN: Martin Steiner folgt Hans Krendl als Obmann!


Mit 132 von 133 Delegiertenstimmen wurde Martin Steiner aus Hernstein zum neuen Obmann der MGN gewählt. Er trägt damit Verantwortung für mehr als 2.500 Milchbäuerinnen und -bauern der MGN.

Zahlreiche Mitglieder und Ehrengäste, darunter Obmann Stephan Pernkopf und Direktor Paul Nemecek vom NÖ. Bauernbund, Präsident Johannes Schmuckenschlager für die LK Niederösterreich, Veronika Haslinger für die Raiffeisen Holding NÖ-Wien sowie natürlich die beiden NÖM-Vorstände Alfred Berger und Josef Simon, waren am Freitag dem 5. November Gäste der 22. Generalversammlung der Milchgenossenschaft NÖ.

Die Pandemie habe auch in der Genossenschaft ihre Spuren hinterlassen, stellte Obmann ÖKR Johann Krendl, in seinem somit letzten Bericht fest. "Der Kontakt zu den Milchbauern war pandemiebedingt geringer. Die Sprengelversammlungen sind entfallen, virtuell kommt vieles nicht so direkt an. Deshalb war es mehr als notwendig, dass wir wieder zusammenkommen", räumte Krendl ein Defizit an Information ein. Aufgrund der schlechteren Futtergrundlage sei die Milchanlieferung mit 409 Millionen Kilogramm im Vorjahr etwas zurückgegangen. In den letzten Monaten steige diese aber wieder stark an, im Oktober sogar um fünf Prozent. Stärker als sonst fiel der Rückgang der Lieferanten aus, was sich in einer weiterhin wachsenden Anlieferung pro Bauernhof niederschlägt. Zurückgeführt wird dies auf die Umsetzung des Tierwohlprogrammes, der etliche Lieferanten nicht mehr folgen konnten oder wollten.
Obmann Krendl, der seine Funktion aus Altersgründen zurücklegte, betonte dass er neun Jahre lang gerne als Obmann für die MGN gearbeitet hat und dabei spannende, oft auch herausfordernde, Zeiten erlebte. Sein Ziel sei es immer gewesen, "mehr Eigentum der MGN an der NÖM AG" zu erreichen, um damit den Milchbäuerinnen und -bauern möglichst viel Sicherheit zu geben. Einerseits die Sicherheit der Abnahme andererseits aber auch die Sicherheit nicht ausgetauscht zu werden. Sein Wunsch zum Abschied an die Politik war, "dass mit landwirtschaftlichen Produkten nicht Sozialpolitik gemacht wird" und die Landwirtschaft nicht "auf dem Altar der globalen Wirtschaft geopfert wird".

Steiner eindrucksvoll gewählt

Beinahe einstimmig mit 132 von 133 abgegebenen Stimmen wurde LKR Martin Steiner von den MGN-Delegierten zum neuen Obmann gewählt. Er nehme dieses Amt gerne an, erklärte Steiner, "weil ich überzeugt bin, dass gerade unsere Genossenschaft zeitgemäß ist und Zukunft hat." Die Bündelung aller Kräfte mache die Bäuerinnen und Bauern stärker. Und diese Kraft brauche die Land- und Forstwirtschaft, um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern, betonte der neugewählte Obmann. Er führt gemeinsam mit seiner Familie und der Familie seines Bruders in Neusiedl in der Gemeinde Hernstein einen Kooperationsbetrieb mit 120 Kühen sowie Waldwirtschaft. Schon Steiners Vater Adolf war 23 Jahre lang bis 2012 Obmann der MGN.

Hohe Auszeichnung für Krendlmilchkanneblau

Kammerpräsident Johannes Schmuckenschlager betonte, mit Steiners Wahl habe die MGN die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft gestellt. Dagegen habe die Corona-Pandemie die Grenzen der Globalisierung aufgezeigt. "Und auch die Bedeutung der Genossenschaften. Die Bäuerinnen und Bauern haben bewiesen, dass sie die Lebensmittelversorgung auch in Krisenzeiten sichern", erklärte Schmuckenschlager. Johann Krendl wurde mit der "Minister-Buchinger-Medaille ausgezeichnet, der höchsten Auszeichnung im Genossenschaftswesen durch die LK Niederösterreich. Krendl habe die MGN mit strategischer Weitsicht erfolgreich weiterentwickelt und stets das Wohl der Bauern in den Mittelpunkt gestellt, so Schmuckenschlager.

Zum Ehrenobmann ernannt

Als Anerkennung für die Verdienste von Obmann Krendl wurde er auf Antrag des neuen Obmanns Martin Steiner zum Ehrenobmann der MGN auf Lebenszeit ernannt.

Geschäftsführer Gruber-Doberer nahm zu den aktuellen milchwirtschaftlichen Themen Stellung. Aktuell geht es um die bald gültigen Vorschriften beim Weidegang in der Biohaltung. "Wir haben in Österreich die Übergangs und Ausnahmeregelungen teilweise überstrapaziert", so Geschäftsführer Leopold Gruber-Doberer. Die Betroffenheit auf einzelnen Höfen sei natürlich groß. "In Deutschland wird die Weide aber schon bei konventioneller Milch mitbeworben. Da lässt es sich nicht argumentieren, warum wir bei Bio nicht weiden." Auch die deutschen Bauern würden erkennen, dass dort ein Geschäft zu machen sei und ihre Produktion ausweiten. Daher brauche es Argumente für die heimische Qualität. Ebenso sprach Gruber-Doberer kommende Veränderungen bei der Kombinationshaltung an. Bei dieser sind die Kühe zeitweise angebunden, haben aber auch Zugang zur Weide oder sind auf der Alm. Bei den Fragen zur Haltung der Kühe überschlagen sich derzeit die Termine. Bei all den zusätzlichen Anforderungen werde man aber nicht noch mehr Tierwohl verlangen können, ohne dass dies beim Bauernmilchpreis sichtbar wird! Der Geschäftsführer forderte den Handel dazu auf, sich in einer nächsten Preisrunde zu bewegen.

Von den Herausforderungen, die Milch an den Mann zu bringen, berichteten auch die NÖM-Vorstände Alfred Berger und Josef Simon. Das Unternehmen NÖM veredelt die Ware der Genossenschaft, die zu einem Viertel an der Molkerei beteiligt ist. Die Mehrheit an der NÖM wird von der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien gehalten. "Diskussionen wie jene um den Klimawandel und die Rinderhaltung sind gekommen, um zu bleiben. Wir dürfen uns nicht verstecken, sondern müssen uns diesen Fragen stellen", sagte Simon. Der Milchpreis sei in den vergangenen zwei Jahren um 15 Prozent auf derzeit rund 37 Cent pro Kilo gestiegen. Dem stehen aber auch große Kostenbelastungen aus Energie und Rohstoffen gegenüber. Dies trifft sowohl die Milchbauern als auch den Verarbeiter NÖM. Als nächste Meilensteine nannte Simon die Mehrwegquote, das Einwegpfand und die Plastiksteuer. milchkanneblau

"Zu hohe Standards führen zu weniger Eigenversorgung und mehr Importen." - Stephan Pernkopf

Als Gastreferent konnte LH- Stv. Dr. Stephan Pernkopf begrüßt werden. Bauernbundobmann Stephan Pernkopf sicherte den Milchbäuerinnen und -bauern weiter die volle Unterstützung der Agrarpolitik zu. Dringlichste Aufgabe sei es nun, für eine Ausgestaltung der "Farm-to-Fork"- Strategie der EU im Sinne der bäuerlichen Familienbetriebe zu sorgen. "Blühstreifen dürfen keinesfalls zu Kondensstreifen am Himmel führen", erklärte Pernkopf und stellte damit klar, dass zu hohe Standards zu weniger Produktion und damit zu weniger Arbeitsplätzen im Land führen, dafür aber Importe zu geringeren Standards begünstigen.

Qualitätssieger

Für die ausgezeichnete Qualitätsarbeit wurde an die Besten 15 Lieferanten unserer Genossenschaft jeweils ein Qualitätsdiplom sowie ein Geschenkkorb mit köstlichen NÖM-Produkten überreicht!

Es gratulierten neben dem neu gewählten Obmann LKR Steiner die Aufsichtsratsvorsitzende der MGN Frau Elisabeth Pfeiffer-Lintner, Geschäftsführer Gruber-Doberer, Milchkönigin Anita I. sowie Dipl.Päd. Josef Weber von der LK NÖ.

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Text: GruDo MGN

Fotocredit: ©Roland.Rudolph